Die Gestaltgesetze spielen im Zusammenhang mit der Gestaltung digitaler Produkte eine sehr wichtige Rolle. Der Wahrnehmungsapparat des Menschen ist evolutionär so optimiert, dass er sich an vertrauten Mustern orientiert. Er erwartet daher, dass bekannte Interface Elemente an einer bestimmten Stelle im Layout positioniert sind. Damit der Interface Designer die richtigen Entscheidungen fällen kann, muss er die Erwartungen und das Blickverhalten der Benutzer kennen. Durch die Kombination der Gestaltungsgesetze und diesen Erfahrungen, lässt sich eine gute Struktur für ein digitales Produkt entwickeln.
Die Gestaltpsychologie beschreibt die menschliche Wahrnehmung als Fähigkeit, Strukturen und Ordnungsprinzipien in Sinneseindrücke auszumachen.
Elemente, die einander ähnlich sind werden eher als zusammengehörig erlebt als Elemente, die einander
unähnlich sind.
Ähnlichkeit lässt sich mittels:
ausdrücken.
Interface Elemente können mit ähnlichen oder gleichen Inhalten und Funktionen immer gleich gestaltet werden.
Verbundene Elemente werden als ein Objekt empfunden.
Elemente, welche zusammen eine Einheit bilden, können nach diesem Gesetz miteinander verbunden werden.
Elemente mit geringen Abständen zueinander werden als zusammengehörig wahrgenommen.
Zusammengehörende Interface Elemente sollen immer möglichst nahe beieinander dargestellt werden.
Es werden bevorzugt Formen wahrgenommen, die sich von anderen durch ein bestimmtes Merkmal abheben. Einfache geometrische Formen werden gegenüber komplizierten bevorzugt.
Die unterschiedlichen Interface Elemente sollen priorisiert werden.
Linien, welche eine Fläche umschliessen, werden leichter als eine Einheit aufgefasst
Ähnlich gestaltete Informationen und Funktionen können voneinander getrennt werden, wenn sie nicht zusammengehören. Mittels Linien können die zusammengehörenden Informationen und Funktionen zu einer Einheit zusammengefasst werden.
Linien werden immer so gesehen, als folgten sie dem einfachsten Weg. Kreuzen sich zwei Linien, so gehen wir nicht davon aus, dass der Verlauf der Linien an dieser Stelle einen Knick macht, sondern wir sehen zwei gerade, durchgehende Linien.
Dieses Gesetz kann für die Gliederung in einzelne Hierarchiestufen verwendet werden, wie zum Beispiel einer komplexen Navigation.
Zwei oder mehrere sich gleichzeitig in eine Richtung bewegende Elemente werden als eine Einheit oder Gestalt wahrgenommen.
Mit Hilfe dieses Gesetzes können Grundelemente ruhend und Figuren bewegt dargestellt werden.
Elemente in abgegrenzten Gebieten werden als zusammengehörig empfunden.
Elemente, welche zusammengehören, können mit hinterlegten Konturlinien oder Farbflächen von anderen Elementen abgegrenzt werden.