GESTALTGESETZE

Die Gestaltgesetze spielen im Zusammenhang mit der Gestaltung digitaler Produkte eine sehr wichtige Rolle. Der Wahrnehmungsapparat des Menschen ist evolutionär so optimiert, dass er sich an vertrauten Mustern orientiert. Er erwartet daher, dass bekannte Interface Elemente an einer bestimmten Stelle im Layout positioniert sind. Damit der Interface Designer die richtigen Entscheidungen fällen kann, muss er die Erwartungen und das Blickverhalten der Benutzer kennen. Durch die Kombination der Gestaltungsgesetze und diesen Erfahrungen, lässt sich eine gute Struktur für ein digitales Produkt entwickeln.

Gestaltpsychologie

Die Gestaltpsychologie beschreibt die menschliche Wahrnehmung als Fähigkeit, Strukturen und Ordnungsprinzipien in Sinneseindrücke auszumachen.

1

Gesetz der Ähnlichkeit

Elemente, die einander ähnlich sind werden eher als zusammengehörig erlebt als Elemente, die einander unähnlich sind.
Ähnlichkeit lässt sich mittels:

      • Form
      • Farbe
      • Textur
      • Position
      • Orientierung
      • Grösse

ausdrücken.

Tipp

Interface Elemente können mit ähnlichen oder gleichen Inhalten und Funktionen immer gleich gestaltet werden.

Bild Gesetz der Ähnlichkeit
2

Gesetz der Verbundenheit

Verbundene Elemente werden als ein Objekt empfunden.

Tipp

Elemente, welche zusammen eine Einheit bilden, können nach diesem Gesetz miteinander verbunden werden.

Bild Gesetz der Verbundenheit
3

Gesetz der Nähe

Elemente mit geringen Abständen zueinander werden als zusammengehörig wahrgenommen.

Tipp

Zusammengehörende Interface Elemente sollen immer möglichst nahe beieinander dargestellt werden.

Bild Gesetz der Nähe
4

Gesetz der Prägnanz

Es werden bevorzugt Formen wahrgenommen, die sich von anderen durch ein bestimmtes Merkmal abheben. Einfache geometrische Formen werden gegenüber komplizierten bevorzugt.

Tipp

Die unterschiedlichen Interface Elemente sollen priorisiert werden.

Bild Gesetz der Prägnanz
5

Gesetz der Geschlossenheit

Linien, welche eine Fläche umschliessen, werden leichter als eine Einheit aufgefasst

Tipp

Ähnlich gestaltete Informationen und Funktionen können voneinander getrennt werden, wenn sie nicht zusammengehören. Mittels Linien können die zusammengehörenden Informationen und Funktionen zu einer Einheit zusammengefasst werden.

Bild Gesetz der Geschlossenheit
6

Gesetz der Kontinuität

Linien werden immer so gesehen, als folgten sie dem einfachsten Weg. Kreuzen sich zwei Linien, so gehen wir nicht davon aus, dass der Verlauf der Linien an dieser Stelle einen Knick macht, sondern wir sehen zwei gerade, durchgehende Linien.

Tipp

Dieses Gesetz kann für die Gliederung in einzelne Hierarchiestufen verwendet werden, wie zum Beispiel einer komplexen Navigation.

Bild Gesetz der Kontinuität
7

Gesetz des gemeinsamen Schicksals

Zwei oder mehrere sich gleichzeitig in eine Richtung bewegende Elemente werden als eine Einheit oder Gestalt wahrgenommen.

Tipp

Mit Hilfe dieses Gesetzes können Grundelemente ruhend und Figuren bewegt dargestellt werden.

Bild Gesetz des gemeinsamen Schicksals
8

Gesetz der gemeinsamen Regionen

Elemente in abgegrenzten Gebieten werden als zusammengehörig empfunden.

Tipp

Elemente, welche zusammengehören, können mit hinterlegten Konturlinien oder Farbflächen von anderen Elementen abgegrenzt werden.

Bild Gesetz der gemeinsamen Regionen
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Diese Webseite dient Entwicklern, welche sich im Designbereich vertiefen möchten, als Hilfestellung im Bereich des Interfacedesigns. Das Verständnis soll zudem dazu dienen, dass Entwickler kleine Änderungen selber vorgenommen werden können und die Entscheidungen von den Designern besser verstanden werden.

Die Webseite «Nerds and Design» wurde im Rahmen der Bachelorarbeit in Multimedia Production von Giada Zacheo entwickelt.

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